Sprachlich gerüstet ins Studentenleben

Ein Portrait: Dr. Roland Blasig, Deutsch-Dozent bei Scientific Freshers

Ein kurzer Aufenthalt in Bedburg-Hau auf dem LVR-Gelände, ein kleiner Zwischenstopp in Kleve auf der Ringstraße, eine weitere Station in der Hochschule Rhein-Waal und danach noch der eine oder andere zusätzliche Halt im Kreis Kleve. Abwechslungsreich und prall gefüllt sind die Tage im Terminkalender von Dr. Roland Blasig. Er ist Deutsch-Dozent bei Scientific Freshers. „Motivation ist für mich das A und O bei meiner Arbeit, sowohl beim Lernen als auch Lehren“, sagt er, der sich selbst als einen ungeduldigen Lehrer bezeichnet. „Wenn aber Motivation bei interessierten und wissbegierigen Schülern erkennbar ist, dann ist sogar das Fach Nebensache.“

Als Dozent und Fachbereichsleiter für das Fach Deutsch vermittelt er den Studierenden Sprachkenntnisse auf hohem Niveau. „Mit unserem Programm werden die angehenden Studenten auf die Hochschule vorbereitet.“ Um die Hochschulzulassung zu erlangen, müssen sie ein bestimmtes Sprachniveau erreichen. Dass sie diese Herausforderung erfolgreich gemeistert haben, weisen die Studenten am Ende des Vorbereitungsprogramms durch Bestehen einer Prüfung nach. Fundierte Kenntnisse und ein sicherer Umgang mit der Sprache bilden zusammen mit der intensiven Vorbereitung in den Fächern Mathematik sowie Wirtschaft oder Physik das richtige Fundament für ein erfolgreiches Studium in Deutschland. Mit diesem Rüstzeug verlassen die Studenten Scientific Freshers nach ca. einem Jahr, um ihr Hochschulstudium aufzunehmen und einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen.

Erfolgsspur mit Umwegen

Sein Weg zum Lehrer hat Roland Blasig über einige bereichernde Umwege geführt. In Erkelenz geboren und nahe Aachen aufgewachsen hat der heute 50-Jährige Metallurgie und Werkstofftechnik an der RWTH Aachen studiert. An der Uni in Saarbrücken schloss er nach fünf Jahren seine Promotion ab, um dann mit seiner Frau und seinen vier Kindern für weitere fünf Jahre ins niederländische Eindhoven zu ziehen. Als Glastechnologe bei Philips war der damalige Ingenieur mit der Herstellung von Bildschirmen und der Arbeit an Glasschmelzöfen beschäftigt. Er wechselte innerhalb des Unternehmens nach Aachen und blieb, bis die Flachbildschirme den Markt eroberten.

Im Zuge einer Weiterbildung im Bereich Qualitätsmanagement absolvierte Roland Blasig ein Praktikum beim Autohersteller BMW in München. „Daraus wurden insgesamt fünf Jahre, viel länger als ursprünglich geplant“, blickt der heutige Klever zurück. Seine Frau bezog in dieser Zeit mit den vier Kindern, die heute 16 Jahre und älter sind, ein Haus in Kleve. Für den Familienvater folgten zunächst noch zwei Jahre als Leiter einer Abteilung für Textilglas-Entwicklung in Herzogenrath, bevor er sich dem Thema Lehre zuwendete. „Meine Frau machte sich damals selbstständig und unterrichtete Niederländisch in Deutschland sowie Deutsch in den Niederlanden. Dabei habe ich sie unterstützt, indem ich zunächst administrative und später auch Lehreraufgaben übernahm“, erinnert er sich an die Anfänge.

Heute führt Roland Blasig hauptberuflich eine eigene private Sprachschule, wo er unter anderem ausländischen Ärzten Deutschkenntnisse vermittelt. An der Hochschule Rhein-Waal in Kleve unterrichtet er als Dozent für Deutsch. Die Leiterin des Hochschulsprachzentrums machte ihn seinerzeit darauf aufmerksam, dass Scientific Freshers Lehrer suchten. „Zu diesem Zeitpunkt wurde in Bedburg-Hau ein neues Team zusammengestellt, sodass ich seit der ersten Stunde dort eingebunden war.“

 

Dynamischer Kalender

Einen typischen Arbeitstag gibt es für Roland Blasig nicht. „Den Großteil meiner Zeit verbringe ich mit und für Scientific Freshers. Jeden Tag unterrichte ich bis mittags in Bedburg-Hau.“ An Feierabend ist dann aber noch nicht zu denken, denn im Anschluss folgt der Unterricht in der Privatschule. „Die meisten meiner Schüler sind ausländische Ärzte, und die Unterrichtszeiten passen sich an deren Dienstzeiten an“, schildert der viel beschäftigte Lehrer. Der Unterricht in der Hochschule findet derzeit montags statt. Aber – wie so viele seiner Termine – kann sich auch dieser in seinem dynamischen Kalender ändern: „Der Unterricht bei Scientific Freshers läuft von Oktober bis Mai. In der Zwischenzeit rückt die Arbeit in meiner eigenen Sprachschule stärker in den Fokus.”

Der Mensch im Fokus

Auf die Frage, ob sein Herz an Scientific Freshers hängt, antwortet der ehemalige Ingenieur mit einem klaren „Ja“, denn das Konzept hinter der Einrichtung habe ihn von Anfang an begeistert. Bei seiner vorherigen Tätigkeit im Ingenieurwesen war die Arbeit mit Menschen untergeordnet. „Es wurden allenfalls technische Probleme im Team gemeinsam besprochen“, erinnert er sich zurück. „Heute steht der Mensch im Mittelpunkt: Jeder meiner Schüler nimmt den Stoff, der vermittelt wird, ganz anders auf. Das macht das Lehren interessant. Das Feedback ist sofort erkennbar, und genau das brauche ich bei meiner Tätigkeit.“

Hier trifft er auf ganz unterschiedliche Charaktere, mit deren Geschichte er sich automatisch auseinandersetzt. „Die Schullaufbahnen und Hintergründe sind ganz verschieden. Manche fangen in unserem gemeinsamen Unterricht bei null an. Andere verstehen die Inhalte sofort und können sie unmittelbar umsetzen.“

Zukunftsmusik

Die Orgel und das Klavier sind Instrumente, mit denen sich Roland Blasig in seiner Freizeit gerne beschäftigt. Neben der Musik spielen sein Haus, sein Garten und die Natur, in der er gerne Wanderungen unternimmt, eine große Rolle. „Zudem verbringe ich natürlich so viel Zeit wie möglich mit meinen Kindern und mit guten Freunden“, ergänzt der vierfache Vater. Nach einigen Zwischenstationen hat er nun seinen beruflichen Platz gefunden. Er möchte mit Scientific Freshers weiterwachsen und auch in Zukunft Studenten und Schülern die deutsche Sprache vermitteln. „Ich will weg von dem Schema, nur trockenes Wissen aus Büchern zu lehren. Die Lernenden sollen die Sprache schriftlich und mündlich auch im Alltag gebrauchen.“ Der Dozent hat im Laufe der Zeit bei Scientific Freshers miterlebt, dass die angehenden Studenten aus immer mehr unterschiedlichen Kulturen zusammenkommen. „Dank dieser kulturellen Varianz sind die einzelnen Gruppenmitglieder regelrecht gezwungen, sich den fremden Kulturen und Sprachen zu öffnen. Das macht die Arbeit auch in Zukunft deutlich interessanter und intensiver.“

 

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